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Führerschein-Vormerksystem in Österreich

Das Vormerksystem ist wie die "Gelbe Karte" der Straße. Bei Verstoß gegen bestimmte Verkehrsregeln gibt’s eine Vormerkung im Führerscheinregister, die die Vorstufe zur Entziehung der Lenkberechtigung bedeutet. Es ist auch ein erster Schritt, frühzeitig einen Risikolenker zu erkennen, auf sein Verhalten aufmerksam zu machen und ihn damit zu einem rücksichtsvollen Kraftfahrer zu "erziehen".

 

Alle die am Steuer gegen eine bestimmte Verkehrsregel verstoßen, müssen zusätzlich zu einer Geldstrafe mit einem Eintrag in das Führerscheinregister rechnen.

Weiterhin gilt aber: Wer rast oder andere gefährdet, erhält gleich die "Rote Karte" und muss den Führerschein für einige Zeit bei der Behörde abgeben.

So funktioniert’s

Bei der ersten Übertretung aus einem Katalog von 13 schweren Verkehrsverstößen, die andere Verkehrsteil-nehmer gefährden, gibt es eine Vormerkung im Register.

Nach dem zweiten Delikt folgt der Auftrag, als Maßnahme etwa ein Verhaltenstraining  zu absolvieren.

Erst wenn diese beiden Schritte keine Besserung gebracht haben und innerhalb von zwei Jahren ein drittes Delikt dazu kommt, wandert der Führerschein für mindestens drei Monate zur Behörde.

 

Die Delikte im Überblick

  • Übertretung der 0,1 Promille-Grenze bei C- und D-Führerschein (LKW und Autobus)

     

  • Übertretung der 0,5 Promille-Grenze allgemein

     

  • Nichtbeachtung der Vorschriften zur Kindersicherung

     

  • Gefährdung von Fußgängern auf dem Schutzweg

     

  • Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes 0,2 bis 0,4 Sekunden (darunter Entzugsdelikt)

     

  • Überfahren einer Stopptafel mit Vorrangverletzung

     

  • Überfahren von rotem Ampellicht mit Vorrangverletzung

     

  • Befahren des Pannenstreifens mit Behinderung von Einsatzfahrzeugen

     

  • Verletzung des Fahrverbots für Kfz mit gefährlichen Gütern

     

  • Missachtung der Tunnelverordnung bezüglich der Beförderung von gefährlichen Gütern beim Befahren von Autobahntunneln

     

  • Blockieren der Geleise und Verstoß gegen gelbes oder rotes Licht bei Eisenbahnkreuzungen + Umfahren von bereits geschlossenen Schranken

     

  • Lenken eines Kfz mit schweren Mängeln

     

  • Lenken eines Kfz mit nicht entsprechend gesicherter Beladung

     

Was passiert mit der Vormerkung?

Mit dem Strafbescheid zur ersten Übertretung wird der Lenker über die drohenden weiteren Schritte bei Fortsetzung seiner "Karriere" informiert. Nach mehrfachen Übertretungen muss der Lenker Maßnahmen absolvieren, die von psychologischen Gesprächen über Fahrsicherheitstrainings bis hin zu Schulungen zur richtigen Kindersicherung reichen.

Wird innerhalb von zwei Jahren hingegen kein Folgedelikt eingetragen, wird die Vormerkung nicht mehr berücksichtigt.

Was kann man gegen eine Vormerkung tun?

Ist jemand der Meinung, zu Unrecht bestraft worden zu sein, muss man den Strafbescheid mit einem Rechtsmittel bekämpfen. Die Vormerkung wird erst mit Rechtskraft des Strafbescheides wirksam. Hilfe bietet die Rechtsberatung des ÖAMTC.

Quelle: ÖAMTC

07.02.2019 » Versenden » Einzelansicht